Start / Ausstellungen / 2026 / MARTINA GMÜR 37+
Ausgestattet, 2007 / 2026 | Digitalprint hinter Acrylglas | 32 x 20 cm | Foto: Sus Zwick Ausgestattet, 2007 / 2026
Digitalprint hinter Acrylglas
32 x 20 cm
Foto: Sus Zwick 37+, 2026 | Raumskulptur | Holz, Lasur, Jute, Baumwolle, Plastikrohr | ca. 230 x 280 x 800 cm 37+, 2026
Raumskulptur
Holz, Lasur, Jute, Baumwolle, Plastikrohr
ca. 230 x 280 x 800 cm Rostige Ketten, 2026 | Ton, gebrannt | Verschiedene Masse Rostige Ketten, 2026
Ton, gebrannt
Verschiedene Masse Zehenkette I, 2026 | Ton, gebrannt | ca. 37 x 32 x 3 cm Zehenkette I, 2026
Ton, gebrannt
ca. 37 x 32 x 3 cm Kratzbaum, 2026 | Filz, Acryl und Öl auf Holz | 85 x 200 cm Kratzbaum, 2026
Filz, Acryl und Öl auf Holz
85 x 200 cm Fibi climbing I, 2026 | Öl auf Holz | ca. 98 x 54 cm || Fibi climbing II, 2026 | Öl auf Holz | ca. 92 x 30 cm Fibi climbing I, 2026
Öl auf Holz
ca. 98 x 54 cm

Fibi climbing II, 2026
Öl auf Holz
ca. 92 x 30 cm Tor II (Elsässer Wolken), 2022 | Eitempera auf Lindenholz | 25 x 17,5 x 5 cm Tor II (Elsässer Wolken), 2022
Eitempera auf Lindenholz
25 x 17,5 x 5 cm Tor I (geht doch), 2022 | Eitempera auf Lindenholz | 25 x 17,5 x 5 cm Tor I (geht doch), 2022
Eitempera auf Lindenholz
25 x 17,5 x 5 cm Scherbe mit Pfeife, 2010	| Eitempera auf MDF | ca. 37 x 55 x 2,5 cm Scherbe mit Pfeife, 2010
Eitempera auf MDF
ca. 37 x 55 x 2,5 cm Bananen im Sack, 2008 | Gouache auf Holz | 60 x 50 x 3 cm Bananen im Sack, 2008
Gouache auf Holz
60 x 50 x 3 cm Sex for a Sculpture, 2006 | Gipsabguss | je ca. 6 x 5 x 3 cm Sex for a Sculpture, 2006
Gipsabguss
je ca. 6 x 5 x 3 cm
Aktuelle Ausstellung
MARTINA GMÜR
37+

29. Mai 2026 – 22. August 2026
 

Martina Gmür inszeniert in ihren Ausstellungen komplexe Räume, in denen man die Grenzen zwischen Malerei, Skulptur und Installation hinter sich lässt. In ihren Werken führt sie Themen wie Form, Material, Opazität und Durchlässigkeit spielerisch vor. Mit Freude am Zeigen und Verstecken – am Kreisen um das Bild – berührt sie grundlegende Fragen der Malerei, ohne diese aufzudrängen oder ihre Leichtigkeit zu verlieren. Am Malen interessiere sie vor allem das Zeichnen und etwas zu zeigen, das wiedererkennbar ist, mit dem Wortschatz einer Art reduzierten Erzählsprache.

Isoliert gemalte Objekte und Fragmente, die uns vor weissem oder schwarzem Hintergrund wie reale Objekte entgegentreten, ziehen sich wie ein roter Faden durch ihr Werk. In der Umkehrung werden sie zu ausgesparten Formen, ausgebohrten oder ausgesägten Löchern im Bild. Auch da, wo die Künstlerin auf durchsichtige Plastikfolien malt, oder wo sie die auf Holztafeln gemalten Objekte entlang ihrer Umrisslinie aussägt, geht es um Konturen und Linien, die eine Form umgrenzen und körperliche Präsenz behaupten.                           

Die Themen ihrer medienübergreifenden Malerei, zu denen auch Wild- und Hauskatzen zählen, überträgt Gmür mit gleicher Prägnanz und Leichtigkeit auch ins Medium der Keramik. An ihrer neuen Werkserie Ketten interessiert sie die Aneinanderreihung und das Bewegliche, das zugleich Stabile und Fragile des gebrannten Tons. Bei der Zehenkette verschmilzt dieses Interesse mit dem thematischen Überbau der Ausstellung – dem Schuh: «Der Schuh ist das Material, in dem wir uns auf dieser Welt bewegen; sozusagen die Membran, die Grenze, die wichtig ist, um in Kontakt zur Aussenwelt, zum Anderen zu sein.» 

So verweist der Ausstellungstitel 37+ auf die Schuhgrösse der Künstlerin und die gleichnamige begehbare Raumskulptur eines überdimensionalen Schuhs. Die subtile Gestaltung der Skulptur von innen und aussen, die ausgesuchten Materialien und deren Konstruktion zur Formgebung, die zarte Farbgebung und die handgefertigte Hülle aus Jute sind tragende Elemente ihrer skulpturalen Präsenz.

Als zentrale Arbeit der Ausstellung wird sie als Einladung verstanden, «sich im Kleinen zu bewegen und begegnen. Mich interessieren Kunstwerke, in die man hineingehen kann. Für die Ausstellung habe ich mir diesen Wunsch erfüllt.» Gmürs raumgreifende Skulptur schafft so einen Erlebnisraum fürs Innehalten, für Reflexion und ein von innen nach aussen gerichtetes Experiment, das Zweck und Dimension, Interaktion und Trennung in Verbindung bringt.